Uhrmacher*innen - Zeitmesstechniker*innen sind beruflich immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Voraussetzung für Erfolg in diesem Beruf ist es, immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben und das Fachwissen, die Methodenkompetenzen und sozialen Kompetenzen laufend zu ergänzen und zu vertiefen.
Weiterbildungseinrichtungen wie zum Beispiel das Berufsförderungsinstitut (BFI) und das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bieten verschiedene Kurse in technischen und kaufmännischen Bereiche, beispielsweise in Bereich Metalltechnik, Kunststofftechnik, Feinwerktechnik und dergleichen an, die auch für Uhrmacher*innen und Zeitmesstechniker*innen relevant sein können.
Viele Betriebe des Uhrmachergewerbes bieten regelmäßig interne Schulungen zu Produkten, Materialien und Sortimenten an oder ermöglichen Zulieferbetrieben Informationsveranstaltungen und Produktschulungen vor Ort durchzuführen.
Hinsichtlich der Technik elektronischer Uhren und Quarzuhrentechnik können sich Uhrmacher*innen - Zeitmesstechniker*innen in Kursen verschiedener Herstellerfirmen weiterbilden.
Möglichkeiten zur beruflichen Höherqualifizierung bieten weiters Vorbereitungs- und Aufbaulehrgänge an berufsbildenden höheren Schulen (insb. Höhere Technische Lehranstalten). Mit dem Abschluss eines Aufbaulehrganges ist neben einer höheren Fachqualifikation außerdem die Matura verbunden, die ein Studium an Fachhochschulen und Universitäten ermöglicht.
Studium ohne Matura:
Für ein Studium an einer Fachhochschule, Universität oder Pädagogischen Hochschulen ist normalerweise die Matura einer Allgemeinbildenden (AHS) oder Berufsbildenden Höheren Schule (BHS) erforderlich.
Es bestehen aber auch andere Zugangsmöglichkeiten:
Berufsreifeprüfung (Lehre mit Matura): Die Berufsreifeprüfung, die du bereits während deiner Lehrzeit beginnen kannst, ist eine vollwertige Matura, mit der du uneingeschränkten Zugang zum Studium hast.
Studienberechtigungsprüfung: Die Studienberechtigungsprüfung kannst du vor Beginn eines Studiums ablegen. Sie ermöglicht den Zugang zu einem bestimmten Studium.
ohne Matura mit Berufsausbildung und Berufserfahrung: Fachhochschulen bieten außerdem meist die Möglichkeit mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (insb. Lehre oder Berufsbildender Mittlerer Schule (BMS)) und mehrjähriger Berufserfahrung auch ohne Matura ein facheinschlägiges (d. h. mit der Berufsausbildung fachlich verwandtes) Bachelorstudien zu beginnen. Meist müssen dazu einzelne Zusatzprüfungen absolviert werden.
Wichtige Weiterbildungsthemen für Uhrmacher*innen - Zeitmesstechniker*innen sind beispielsweise:
Fachkompetenzen
betriebsspezifische Uhren- und Zeitmessgeräte, Typen und Marken
Feinwerktechnik, Präzisionstechnik
Metallbearbeitungstechniken
Vergolden
Einkauf und Bestellwesen
Lagerhaltung, Lagerlogistik
Unternehmensführung
Datensicherheit, Datenschutz
Methodenkompetenzen
Kund*innenberatung, Kund*innenservice
Qualitätsmanagement
Verkaufsgespräche, Reklamationen
Team/Betriebsleitung
Sozialkompetenzen
Kommunikationsfähigkeit
Kund*innenen-, Serviceorientierung
Teamfähigkeit
Nach mehrjähriger beruflicher Erfahrung und Zusatzqualifikationen können Uhrmacher*innen - Zeitmesstechniker*innen zu Teamleiter*innen oder Werkstättenleiter*innen aufsteigen und führen als solche Mitarbeiter*innen und Teams. Auch die Qualifizierung zum/zur Ausbilder*in ist eine berufliche Entwicklungsmöglichkeit.
Neben einem hierarchischen Aufstieg im Unternehmen ist in diesem Beruf auch eine Weiterentwicklung und Karriere durch inhaltliche und fachliche Spezialisierung möglich - z. B. auf bestimmte Services, Produkte oder Produktgruppen (Zeitmessgeräte für Industrie und Wissenschaft, Zeitnehmung im Sport, Reparatur und Service etc.).
Eine selbstständige Berufsausübung ist vor allem ihm Rahmen des Handwerks der Uhrmacher*innen möglich (vergleiche Menüpunkt Selbstständigkeit).
Die WKO-Bildungspfade geben dir einen Überblick über durchgängige Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten in unterschiedlichen Berufen am Beispiel der WKO Bildungsangebote. Für den Lehrberuf Uhrmacher*in - Zeitmesstechniker*in ist derzeit folgender Bildungspfad beschrieben:
Dauer: 2-5 Semester (je nach Bundesland und Anbieter)
Form: Berufsbegleitend
Kurzbeschreibung
Der Gesamt-Vorbereitungslehrgang bereitet auf die einzelnen Teilprüfungen in Mathematik/Deutsch/Englisch und den Fachbereich im Rahmen der Berufsreifeprüfung (Modell "Lehre mit Matura") vor. Die Dauer und organisatorische Gestaltung der Vorbereitungslehrgänge ist unterschiedliche je nach Bundesland und Anbieter, umfasst aber laut Berufsreifeprüfungscurriculaverordnung für die gesamte Vorbereitung mindestens 600 Stunden.
Voraussetzungen
aufrechtes Lehrverhältnis bei Beginn des Vorbereitungslehrganges
Teilnahme am Aufnahme-/Auswahlverfahren
Abschluss
Berufsreifeprüfung (Matura)
Berechtigungen
Die Berufsreifeprüfung vermittelt die selben Zugangsberechtigungen wie eine schulische Reifeprüfung (AHS-, BHS-Matura), d.h. den uneingeschränkten Zugang zu Universitäten, Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen, Akademien und Kollegs.
Beschreibung
WICHTIG: Die Berufsreifeprüfung unterliegt den Regeln der sogenannten "Zentralmatura" (teilstandardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung).
Drei der vier Teilprüfungen können direkt beim Anbieter des Vorbereitungslehrganges und noch während der Lehrzeit absolviert werden. Lediglich eine der Teilprüfungen ist im Rahmen einer Externistenprüfung/Schulprüfung an jener höheren Schule abzulegen an der man das Zulassungsansuchen gestellt hat. Der Antritt zur letzte Teilprüfung ist in der Regel erst nach der Lehrzeit möglich, jedenfalls aber erst nach Vollendung des 19. Lebensjahres.
Inhalte:
Deutsch
Mathematik
lebende Fremdsprache (in der Regel Englisch)
auf Maturaniveau nach den Regeln der sogenannten "Zentralmatura" (teilstandardisierte kompetenzorientierte Reifeprüfung)
persönlicher Fachbereich (je nach beruflicher Vorbildung der Kandidaten/Kandidatinnen):
ACHTUNG: welche Fachbereiche im Vorbereitungslehrgang angeboten werden, ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich; es werden auch Gesamtlehrgänge ohne Fachbereich angeboten und der Fachbereich ist extra zu buchen.
Bautechnik
Innenraumgestaltung und Holztechnik
Chemie
Informationsmanagement und Medientechnik
Elektronik
Elektrotechnik
Maschinenbau
Werkstofftechnik
Textiltechnik
Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen
Handel und Rechnungswesen
Wirtschaftsinformatik
Touristisches Management
Kulturtouristik
Gesundheit und Soziales
Modemarketing
Kunst und Design
Land- und Forstwirtschaft
Agrarmarketing
Ernährung und Lebensmitteltechnologie
Politische Bildung und Recht
Sportmanagement
Installations- und Gebäudetechnik
Zusatzinfo
Kosten: Im Rahmen des Modells "Lehre mit Matura" fallen für die Vorbereitungslehrgänge und Prüfungsantritte keine Kosten an.
Dauer: Die Ausbildungsdauer ist von Bundesland zu Bundesland verschieden (unterschiedliche Modelle) und abhängig vom jeweiligen Ausbildungsanbieter. Die Gesamtvorbereitung muss aber mindestens 600 Stunden umfassen.
Berufsorientierung, Berufsfindung - Bewerbungstraining und Coaching bei aktiver Arbeitssuche - Büro und Verwaltung - EDV / IT - Gesundheit und Soziales - Sprachen und Persönlichkeitstrainings - Verkauf, Handel und Dienstleistungen - Vorbereitungskurse für Lehrabschlussprüfungen