Der Tätigkeitsbereich der Glasbautechniker*innen im Hauptmodul Glasbautechnik umfasst den Ein- und Ausbau von Glas (auch von Wärmeschutz, Brandschutz-, Schallschutz- und Sicherheitsgläsern), die Herstellung von Glaserzeugnissen und Glassubstituten sowie die Herstellung von Not- und Reparaturverglasungen. Für Neuverglasungen schneiden Glasbautechniker*innen die Glasplatten in verschiedenen Stärken zu. Sie bearbeiten und montieren Profile, Leisten und Rahmen und befördern sie sicher und sachgerecht zum Einsatzort. Sie verglasen Fenster, Türen und Portale von Gebäuden, auch Dächer, Fassaden, Wintergärten und Aquarien. Weiters restaurieren sie Verglasungen in Kirchen und anderen historischen Gebäuden.
Glasbautechniker*innen planen die Arbeitsabläufe und bereiten die erforderlichen Werkzeuge, Maschinen, Materialien und Hilfsstoffe vor. Sie bearbeiten Platten aus unterschiedlichen Glasarten und Glassubstituten durch Schneiden, Brechen, Sägen, Bohren, Schleifen und Polieren und fertigen Gehrungen, Facetten, Rand-, Eck- und Lochausschnitten an den Platten und an Einzelteilen für Glasprodukte an. Dadurch erzeugen sie Verglasungen für Fenster, Türen, Schaufenster und größere Glaskonstruktionen. Sie verbinden die Gläser mit anderen Werkstoffe wie Holz, Kunststoffen und Metallen und passen z. B. vorgefertigter Profile an oder fertigen Bilder- und Spiegelrahmen an. Vor dem Zusammenbau veredeln Glasbautechniker*innen die Einzelteile noch thermisch (z. B. Biegen, Wölben, Verschmelzen) oder bearbeitet bzw. beschichtet deren Oberflächen mit physikalischen und chemischen Techniken (durch Lackieren und Bekleben von Glasflächen mit Dekorfolien oder Sandstrahlen). Sie bauen die hergestellten und bearbeiteten Einzelteile z. B. durch Schrauben, Verbindungsprofile, Klebstoffe, UV-Klebstoffe zu fertigen Glasprodukten zusammen und montieren Zubehörteile wie Beschläge und Griffe. Die fertigen Glasbauteile werden sorgfältig verpackt und zur Montage zu den Kund*innen transportiert.
Glasbautechniker*innen müssen sehr sorgfältig und genau arbeiten. Das Einpassen von Gläsern in z. B. Rahmenkonstruktionen ist Millimeterarbeit und muss exakt und ohne Lufteinschlüsse passen.
Bei ihren Kund*innen bzw. auf Baustellen werden eventuell vorhandene Vorkonstruktionen fachgerecht entfernt, die Glasteile oder Konstruktionen zusammengebaut, erforderliche Abdichtungen und Dämmungen (z. B. Dichtungsbänder, Silikon) sowie passende Zubehörteile (z. B. Beschläge, Griffe) angebracht. Zum Abschluss ihrer Arbeiten führen sie Funktions- oder Mängelkontrollen durch eventuelle Korrekturmaßnahmen, Justierungen und Nachbearbeitungen. Ausgebaute Verglasung und Glaskonstruktionen werden getrennt, soweit möglich wiederverwertet oder umweltgerecht entsorgt.
Bei der Reparatur und Sanierung von Glasprodukten und Glaskonstruktionen spielen die Themen erhöhte Sicherheit (z. B. Einbruchschutz) und Verbesserung der Energieeffizienz und des Hitzeschutz eine große Rolle. Bei Altbauten beachten Glasbautechniker*innen außerdem den Erhalt denkmalgeschützter oder historisch bedeutsamer Glasobjekte. Sie stellt zuerst Fehler, Schäden, Funktionsstörungen sowie energieeffiziente Optimierungsmöglichkeiten fest und bietet den Kund*innen verschiedene Instandsetzungsvarianten (z. B. Austausch, Reparatur, Notverglasung) an, die thermische Verbesserungen und/oder erhöhte Sicherheit bringen.
Glasbautechniker*innen arbeiten außerdem bei der Montage von Photovoltaik(PV)-Anlagen auf Glasdächern und Glasfassaden mit und verwenden die für Dacharbeiten erforderliche persönliche Schutzausrüstung und weitere erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen an (Dachsicherungssysteme wie Einzelanschlagpunkte, Seilsicherungssysteme, Aufstieg- und Ausstiegleitern, Durchsturzsicherungen, Geländer).
Glasbautechniker*innen mit Zusatzausbildung in Planung und Konstruktion beraten ihre Kund*innen in Fragen der Gestaltung von Glasprodukten oder Glaskonstruktionen und präsentieren ihre Entwürfe zu Glasprodukten oder -konstruktionen. Sie berücksichtigen bei den Planungen und Konstruktionen bauphysikalische und bauökologische Rahmenbedingungen, wie z. B. Wärme- und Feuchtigkeitsschutz, die zu verwendenden Baustoffe sowie geltende berufsspezifische Normen und Rechtsvorschriften. Auf Basis der mit unterschiedlichen Messgeräten ermittelten Naturmaße planen, entwerfen und gestalten sie kreativ nach eigenen Ideen oder Designvorgaben Glasprodukte, Glaskonstruktionen oder Einzelteile und beachten dabei die Zusammenhänge von Form, Farbe und Glasart sowie aktuelle Trends wie z. B. selbstreinigendes Glas und natürlich die Anforderungen an die Funktion, Herstellung und Montage von Konstruktionen wie Trennwände, Wintergärten, Vorbauten. Dabei arbeiten sie sowohl händisch als auch mit Konstruktions-Software ( CAD) und anderer digitaler Tools.